
11a und 11b im „Isar-Athen“ König Ludwig I. – Kunst, Musik und Architektur in München
Der Exkursionstag der 11 Jahrgangsstufe widmete sich am 08.10.2026 der Erkundung von Kunst, Musik und Architektur Münchens unter der Leitung der Fachschaften Kunst und Musik:
Als Herzog Tassilo III., der Namenspatron unseres Gymnasiums, über Bayern regierte, gab es München noch nicht, nur eine riesige Schotterebene und einige kleine bajuwarische Siedlungen an der Isar, z.B. 782 n. Chr. „Suuapinga“ (Schwabing) oder 806 n. Chr. „Sentilinga“ (Sendling)… der Name der Isar geht auf das indogermanische „Isara“ (die Reißende) zurück, da aus den Bergen Regen- und Schmelzwasser jeder Brücke über kurz oder lang zum Verhängnis wurden. Auch Mönche hatten dort eine Ansiedlung und bekamen auf der Straße von Salzburg nach Augsburg vom Salzhandel den Brückenzoll ab.
1158 zerstörte Herzog Heinrich der Löwe diese Brücke, baute eine eigene, beanspruchte den Zoll für sich und danach auch den Marktzoll, ab da ist München urkundlich erwähnt als „apud munichen“ (bei den Mönchen). Absurd: Das Wahrzeichen des Münchner Kindl mit Kutte ist eigentlich ein Mönch, aber ein blondes Mädchen trägt diese Kutte beim Einzug ins Oktoberfest…
Nach dem Sturz des Agilolfingers (bayerisch „Gloife“) Herzog Heinrich fiel Bayern an die Wittelsbacher und wurde Residenzstadt mit einer viereckigen Wehrburg, wo die Residenz sich heute befindet, das alte Rathaus wurde gebaut, Augustinermönche ließen sich nieder, die vier Tore wurden gebaut…
Die klassizistische Architektur der Stadt entstand ab 1800: Das Nationaltheater mit einem Tempelportikus mit acht korinthischen Säulen ließ 1818 schon König Maximilian I. für die Bildung des bayerischen Volkes erbauen, sein Sohn König Ludwig I. als kunstbegeisterter Verehrer der griechischen und römischen Antike baute anschließend die Feldherrnhalle, die Prunkstraße bis zur Universität, das Siegestor im Norden und die Achse nach Westen mit dem berühmten Königsplatz, auf dem die Glyptothek, die Antikensammlung und die Propyläen stehen, ein Ensemble im Stil der griechischen Antike. Die Musikhochschule vorderhalb des Platzes ist allerdings ein Bau der Nationalsozialisten, heute dringt Musik aus allen Fenstern.
Ziel erreicht: Am Königsplatz befindet sich ein Kleinod der Kunstmuseen in einer Villa im toskanischen Stil, die der Münchner Malerfürst Franz vom Lenbach durch Porträts von Bismarck, Kaiser Wilhelm I. und II., Papst Leo XIII. u.a. finanzieren konnte. Ausgestellt ist hier die Sammlung des „Blauen Reiter“. Die Führung forderte die Aufmerksamkeit der Schülerinnen und Schüler noch einmal, danach konnte die Stadt noch auf den Kopf gestellt werden, um einen Döner oder einen Schweinsbraten im Augustiner-Keller zu ergattern.







