Tolmezzo zu Gast in Simbach – Freundschaften, Kultur und Abschiedstränen

Was vor Wochen mit der Reise der Simbacher ins friaulische Tolmezzo seinen Anfang nahm, fand in diesen Tagen seine natürliche und doch so bewegende Vollendung. Vom 12. bis zum 17. April 2026 waren die Schülerinnen und Schüler des Liceo Paschini Linussio aus Tolmezzo zu Gast am Tassilo-Gymnasium in Simbach am Inn – die zweite Hälfte eines Austauschs, der unter der bewährten Regie von Herrn Malavenda, begleitet in diesem Jahr von Frau Zettl, stand und sich als ein kleines Meisterwerk der Begegnung erwies.

Die Ankunft am Sonntagnachmittag, die Verteilung der jungen Italiener auf ihre Gastfamilien, das erste Wiedersehen mit den Austauschpartnern – all dies geschah in einer Atmosphäre freudiger Erwartung. Der Montag führte die Gäste dann ins Herz der Institution: nach der herzlichen Begrüßung durch Schulleiter Herrn OSD Nama und einer ausführlichen Schulhausführung folgte der Besuch des deutschen Unterrichts. Ein erster, unmittelbarer Einblick in den Alltag ihrer Gastgeber.

Der Dienstag aber stand ganz im Zeichen der Weltstadt mit Herz. Eine Busexkursion führte die gesamte Gruppe – Simbacher wie Tolmezzini, begleitet von Herrn Malavenda und Herrn Westenthanner sowie den italienischen Lehrkräften Frau Erler und Frau Gabino – nach München. Die Altstadt wurde erkundet, doch ein Erlebnis überragte alle anderen: der Aufstieg auf den Turm der Peterskirche - Alter Peter, jener Kirche unmittelbar neben dem Rathaus gelegen. Von oben eröffnete sich den staunenden Jugendlichen ein Panorama von seltener Schönheit – die Stadt zu ihren Füßen, die Alpen am Horizont.

Anschließend führte der Weg in den Olympiapark. Von hier aus wurde das ehemalige Olympische Dorf aus der Ferne gezeigt, und es entspann sich ein Gespräch über die Geschichte der Olympischen Spiele von 1972 – ein Datum, das sich bestätigt: Die Spiele fanden vom 26. August bis zum 11. September 1972 in München statt, ein Kapitel deutscher Nachkriegsgeschichte, das zwischen sportlichem Glanz und tragischem Schatten oszilliert.

Ein weiterer Höhepunkt: die „Walk of Fame“ des Olympiaparks, wo die Handabdrücke und Unterschriften der größten Musikstars verewigt sind. Hier brach die Begeisterung der Jugendlichen ungefiltert aus.

„Als ich die Abdrücke von meinen Lieblingskünstlern gesehen habe, wurde mir ganz schwindelig“, schwärmte Sophia, eine Schülerin aus Simbach. „Man stellt sich vor, dass sie genau hier gestanden haben – das ist wie ein Traum!“

Den Abschluss des München-Tags bildete die Besichtigung der BMW Welt, die sich in unmittelbarer Nachbarschaft zum Olympiapark befindet. Herr Westenthanner agierte an diesem Tag als Stadtführer. Sein tiefes Wissen über München verwandelte jede noch so kleine Gasse, jeden noch so unscheinbaren Platz in eine kleine Geschichtsstunde – ein Genuss für alle Beteiligten.

Der Donnerstag gehörte der Mozartstadt. Die zweite Busexkursion, diesmal begleitet von Herrn Malavenda, Herrn Pinzhoffer sowie den italienischen Lehrkräften, führte die Gruppe nach Salzburg. Wieder stand ein Rundgang durch die Altstadt mit all ihren Sehenswürdigkeiten auf dem Programm. Das eigentliche Highlight jedoch waren die Hellbrunner Wasserspiele – jenes barocke Meisterwerk der Wasserregie, das seit Jahrhunderten Jung und Alt gleichermaßen in seinen Bann zieht.

Hier zeigte sich die unbändige Lebensfreude der Jugendlichen. Die versteckten Wasserdüsen, die kunstvoll inszenierten Fontänen – all das lud nicht nur zum Staunen, sondern auch zum Miterleben ein. Dass dabei so mancher unverhofft nass gespritzt wurde, sorgte für schallendes Gelächter. Die landschaftliche und künstlerische Schönheit des gesamten Hellbrunner Ensembles tat ein Übriges.

Anita und Emma, zwei Schülerinnen aus Tolmezzo, resümierten strahlend: „Das war der beste Ausflug! Wir haben Tränen gelacht, als Emma von so einer unsichtbaren Fontäne voll erwischt wurde. Und Hellbrunn selbst ist einfach magisch – so eine Mischung aus Natur, Kunst und Spaß haben wir noch nie erlebt!“

Der Freitag, der letzte Tag, trug die unvermeidliche Melancholie des Abschieds in sich. Nach einem letzten Unterrichtsbesuch in den frühen Morgenstunden marschierte die Gruppe geschlossen zum Rathaus. Punkt 11:00 Uhr erfolgte der offizielle Empfang der Simbacher und Tolmezzini durch den Bürgermeister – eine Geste der Wertschätzung, die den jungen Italienern das Gefühl gab, nicht nur Gäste, sondern willkommene Botschafter einer friedlichen Idee Europas zu sein.
Anschließend ging es zum gemeinsamen Mittagessen. Auf dem Tisch: Schnitzel – ein Gericht, das in seiner schlichten Herzlichkeit Brücken zu bauen vermag. Gestiftet wurde diese Mahlzeit vom Tolmezzo-Verein, der sich in seiner Begeisterung für das Gelingen dieses Austauschs großzügig zeigte.

Nach der Verabschiedung durch Herrn OSD Nama, nach dem Abholen des Gepäcks an der Schule, kam der Moment, den alle fürchteten und doch kommen sahen: die Heimreise. Punkt 14:00 Uhr setzte sich der Bus der Tolmezzini in Bewegung. Und während die Räder sich zu drehen begannen, flossen die Tränen ungehindert.

Denn was in diesen Tagen gewachsen war, waren keine flüchtigen Bekanntschaften, sondern echte Freundschaften. Das Lachen über die plötzlichen Wasserfontänen in Hellbrunn, das gemeinsame Staunen von der Turmspitze des Alten Peter, die Abende in den Gastfamilien – all dies hatte ein Band geknüpft, das nicht so leicht zu zerreißen ist. Der Austausch zwischen dem Tassilo-Gymnasium und dem Liceo Paschini Linussio hat sich einmal mehr als das erwiesen, was er sein soll: ein kleines, aber wirkmächtiges Laboratorium der Völkerverständigung. Und die Jugendlichen aus Tolmezzo fuhren nicht nach Hause, ohne das feierliche Versprechen abzugeben, wiederzukommen.

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